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Produktionsziele in Hybrid-PV+BESS-Anlagen: Ertragsoptimierung durch Intelligente Algorithmen

Das Erreichen zugesagter Produktionsziele im Netz ist für Hybrid-PV+BESS-Systeme sowohl eine technische Notwendigkeit als auch ein entscheidender Faktor, der das Geschäftsmodell direkt beeinflusst. Dieser Artikel untersucht, wie intelligente Steuerungsalgorithmen durch die Integration von PV und BESS diese Ziele konsistent und wirtschaftlich erreichen können.

Visualisierung einer Hybrid-PV+BESS-Anlage mit intelligenten Algorithmen zur Ertragsoptimierung und Energieflusstabelle

Kürzlich waren wir vor Ort bei der Inbetriebnahme eines Hybrid-PV+BESS-Projekts eines unserer Kunden. Eine der kritischsten Erwartungen an die Anlage war das Erreichen des zugesagten Produktionsziels für das Netz zu bestimmten Tageszeiten. Dies ist nicht nur eine technische Anforderung, sondern auch ein Parameter, der das Ertragsmodell des Betriebs direkt beeinflusst. Mit der Integration von Speichern in Hybridsystemen spielt das Konzept der „Zielproduktion“ eine zentrale Rolle, insbesondere bei Netzanschlussverträgen und der Teilnahme am Energiemarkt. Aber wie können wir dieses Ziel konsistent und wirtschaftlich erreichen, wenn PV und BESS am selben Anschlusspunkt liegen? Die Antwort auf diese Frage liegt in intelligenten Steuerungsalgorithmen.

Hybrid-PV+BESS-Systeme: Warum ist die Zielproduktion so wichtig?

Im Energiesektor wird die Verwaltung von Produktionsschwankungen, insbesondere mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, immer komplexer. Während Photovoltaikanlagen (PV) im Tagesverlauf variable Produktionsprofile aufweisen, spielen Batteriespeicher (BESS) eine entscheidende Rolle, um diese Schwankungen auszugleichen und Flexibilität zu gewährleisten. Hybrid-PV+BESS-Systeme vereinen diese beiden Technologien, erhöhen die Produktionskontinuität und bieten dem Netz einen vorhersehbareren und steuerbareren Energiefluss.

Die Zielproduktion ist einer der wichtigsten Parameter, der die Interaktion dieser Systeme mit dem Netz definiert. Ein Energiemarktteilnehmer könnte beispielsweise zusagen, dem Netz in einem bestimmten Zeitfenster 10 MWh Energie zuzuführen. Wenn die aktuelle PV-Produktion diese Zusage nicht erfüllt, schaltet sich das BESS ein und gleicht die Differenz aus. Umgekehrt, wenn die PV-Anlage überproduziert, kann das BESS diese überschüssige Energie speichern und für zukünftige Bedürfnisse aufbewahren oder entladen, wenn das Netz sie dringender benötigt. Diese Flexibilität ist sowohl für die Netzstabilität als auch für den kommerziellen Betrieb der Anlage von entscheidender Bedeutung.

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Für PV-Anlagenbetreiber: Der Stellenwert der Zielproduktion in der monatlichen Gewinn- und Verlustrechnung

Für einen PV-Anlagenbetreiber ist der Zielproduktionsalgorithmus ein Optimierungswerkzeug, das sich direkt auf seine Finanzberichte auswirkt. Insbesondere bei Netzanschlussverträgen der neuen Generation wird erwartet, dass im Gegenzug für eine bestimmte Kapazitätszuteilung eine regelmäßige und vorhersehbare Energieversorgung des Netzes erfolgt. Wenn die momentane PV-Produktion dieses Ziel nicht erreicht, können Strafen anfallen oder Opportunitätskosten entstehen. Durch die BESS-Integration können diese Risiken minimiert werden.

In einem typischen Szenario verpflichtet sich der PV-Anlagenbetreiber einen Tag im Voraus oder stündlich zu einem bestimmten Produktionsband für das Netz. In Stunden mit intensiver Sonneneinstrahlung kann die PV-Anlage dieses Ziel problemlos alleine übertreffen. An diesem Punkt kommen intelligente Algorithmen ins Spiel: * **Überschüssige Energie speichern:** Die über das Ziel hinausgehende PV-Produktion wird in das BESS geleitet. Dies verhindert die Abgabe unnötiger überschüssiger Energie an das Netz und ermöglicht das Laden der Batterie für weniger sonnige Stunden oder abendliche Spitzenlastzeiten. * **Unterstützung bei Unterschreitung des Ziels:** Bei Bewölkung, Sonnenuntergang oder geringer Sonneneinstrahlung kann die PV-Produktion sinken. Das BESS entlädt die gespeicherte Energie und verhindert so, dass das Ziel unterschritten wird.

Durch dieses dynamische Management hält der PV-Anlagenbetreiber sowohl die Netzverträge ein als auch optimiert die Lade-/Entladezyklen der Batterie, um den höchsten Ertrag zu erzielen. Beispielsweise ist es für eine typische 20 MWp PV-Anlage ohne BESS nur zu 60 % wahrscheinlich, ein stündliches Produktionsziel mit einer Abweichungstoleranz von 5 % zu erreichen, während dieser Wert mit einem 5 MWh BESS auf über 90 % steigen kann. Dies kann eine Steigerung des Monatsertrags um 15-20 % oder die Vermeidung von Strafzahlungen bedeuten.

Für C&I-Anlagen (Eigenverbrauchsorientiert): Sichtbare Reduzierung der Energierechnungen

Für Industrie- und Gewerbeanlagen (C&I) bieten Hybrid-PV+BESS-Systeme insbesondere das Potenzial zur Eigenverbrauchsoptimierung und zur Senkung der Kosten für den Netzbezug. Hier tritt das Konzept der „Zielproduktion“ nicht als Zusage zur Energieeinspeisung ins Netz auf, sondern als Ziel, den eigenen Verbrauch der Anlage zu decken und die Spitzenlast zu steuern.

DERMS-Software (Distributed Energy Resource Management System) wie Pulsar analysiert die Energieprofile von C&I-Anlagen und bestimmt die optimalen Lade-/Entladestrategien. Die Ziele umfassen typischerweise: * **Spitzenlastkappung:** Identifizierung der höchsten Strombezugszeiten (Spitzenlast) der Anlage während des Tages, um das BESS in diesen Momenten zu entladen und den Netzbezug zu reduzieren. Dies führt zu erheblichen Einsparungen, insbesondere bei dreigliedrigen Tarifen und Kapazitätsgebühren. * **Tarifoptimierung:** Laden des BESS in Stunden, in denen Strom günstig ist, und Entladen in Stunden, in denen er teuer ist, um Arbitrage zu betreiben. * **Unterbrechungsfreie Stromversorgung:** Bereitstellung von Notstrom bei kurzzeitigen Unterbrechungen für kritische Lasten.

Beispielsweise kann eine Fabrik mit einer monatlichen Stromrechnung von 500.000 TL durch die Integration einer intelligenten Zielproduktionsalgorithmus-gesteuerten 2 MWp PV-Anlage und eines 2 MWh BESS eine Reduzierung ihrer monatlichen Rechnung um bis zu 75.000 TL erzielen, indem sie 30 % bei den Spitzenlastgebühren und 10 % beim Energieeinheitspreis einspart. Dies verkürzt die Amortisationszeit der Investition (ROI) erheblich.

Für BESS-Investoren: Arbitrage- und Kapazitätsmarktchancen

Für einen unabhängigen BESS-Investor oder Speicherbetreiber ist die Zielproduktion direkt mit dem Ertragsmodell verbunden. In diesem Segment ist das BESS nicht nur ein ausgleichendes Element, sondern auch eine aktive Einnahmequelle. Investoren zielen darauf ab, Einnahmen durch Flexibilitätsdienste, die sie dem Netz anbieten, die Teilnahme am Kapazitätsmarkt und Energiearbitrage zu erzielen.

Regulierungen wie die EPDK (Enerji Piyasası Düzenleme Kurumu - Energiemarkt-Regulierungsbehörde der Türkei) Verordnung über Stromerzeugungsanlagen mit Speicherung verdeutlichen die Rolle von BESS auf den Energiemärkten. Für diese Investoren optimieren Zielproduktionsalgorithmen Folgendes: * **Teilnahme am Day-Ahead-Markt (GÖP - Gün Öncesi Piyasası) und Intraday-Markt (GİP - Gün İçi Piyasası):** Maximierung der Arbitrage-Einnahmen durch optimale Lade-/Entladepläne basierend auf Preissignalen. * **Nebenleistungen (Frequenzregelung, Spannungsregelung):** Erzielung zusätzlicher Einnahmen durch schnelle Reaktion auf Netzbedürfnisse. * **Kapazitätsmarkt:** Erhalt regelmäßiger Zahlungen für die Bereitstellung einer bestimmten Leistungskapazität für das Netz.

Ein BESS-Investor nutzt Algorithmen wie Quasar unter dem Dach von E-Hub, um eine Vielzahl von Variablen wie Marktpreisprognosen, Netzbedürfnisse und Batterielebensdauer gleichzeitig zu bewerten und die profitabelste Zielproduktionsstrategie zu bestimmen. Dies optimiert die Lebensdauer der Batterie (Zykluslebensdauer) und maximiert gleichzeitig den finanziellen Ertrag. Die folgende Grafik zeigt, wie ein Zielproduktionsalgorithmus das Lade-/Entladeprofil des BESS an einem typischen Tag optimiert. Es wird deutlich, dass die überschüssige PV-Produktion in den Mittagsstunden gespeichert und in den abendlichen Spitzenlastzeiten ins Netz eingespeist wird, wodurch die Arbitrage-Einnahmen steigen.

Ingenieurwesen und Software: KI-Modell oder Heuristik?

Im Kern des Zielproduktionsalgorithmus liegt die Software, die die optimale Entscheidung trifft, indem sie den aktuellen Systemzustand, zukünftige Prognosen und betriebliche Einschränkungen berücksichtigt. In diesem Bereich gibt es zwei grundlegende Ansätze: Heuristik-basierte Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) / Maschinelles Lernen (ML) Modelle.

**Heuristik-basierte Algorithmen:** Dieser Ansatz basiert auf einem vordefinierten Satz von Regeln und Bedingungen. Zum Beispiel: „Wenn die PV-Produktion das Ziel um 10 % überschreitet, lade das BESS“, „Wenn der Batterieladezustand (SOC) unter 20 % fällt, lade aus dem Netz“. * **Vorteile:** Einfach, leicht verständlich, geringe Rechenkosten, schnelle Implementierung. * **Nachteile:** Kann in komplexen Szenarien suboptimale Entscheidungen treffen, passt sich schwer an externe Faktoren (Wetter, Marktpreisschwankungen) an, erfordert für jede Anlage eine separate manuelle Feinabstimmung.

**Künstliche Intelligenz (KI) / Maschinelles Lernen (ML) Modelle:** Dieser Ansatz lernt aus historischen Daten, um zukünftige Produktion, Verbrauch und Preise vorherzusagen. Anschließend wird ein Entscheidungsmechanismus (z. B. Reinforcement Learning oder Optimierungsalgorithmen) eingesetzt, der diese Prognosen nutzt, um die Lade-/Entladezyklen der Batterie zu optimieren. E-Hub-Algorithmen kombinieren Prognosemodelle und Optimierungs-Engines, um diesen komplexen Entscheidungsprozess zu steuern. * **Vorteile:** Hochpräzise Prognosen, Anpassungsfähigkeit an komplexe und dynamische Umgebungen, langfristige Optimierung (einschließlich Batterielebensdauer), höheres finanzielles Ertragspotenzial. * **Nachteile:** Hoher Datenbedarf, höhere Rechenkosten, erfordert Fachwissen für Training und Validierung des Modells, die Erklärbarkeit kann aufgrund des „Black-Box“-Effekts schwierig sein.

In unseren im Rahmen des TÜBİTAK 1501 SEGP-Projekts entwickelten Algorithmen verwenden wir insbesondere Maschinelles Lernen-Modelle für Preisprognosen auf dem Day-Ahead- und Intraday-Markt, während wir für Echtzeit-Netzrestriktionen und Batteriezustandsmanagement einen hybriden Ansatz verfolgen, indem wir auch heuristische Regeln integrieren. Dies hat sowohl die Flexibilität als auch die Leistung verbessert. In einem typischen Szenario kann ein ML-basiertes Modell im Vergleich zu einem heuristischen Ansatz zwischen 5 % und 15 % höhere Arbitrage-Einnahmen erzielen und gleichzeitig mit 2 % bis 5 % weniger Verschleiß (Degradation) der Batterielebensdauer arbeiten.

Die Zukunft von Hybridsystemen in der kommenden Periode

Der türkische Energiemarkt erlebt mit der Integration von Speichertechnologien einen großen Wandel. Die jüngsten EPDK-Regulierungen ebnen den Weg für Hybridsysteme und eröffnen neue Möglichkeiten für Hersteller und Investoren. In der kommenden Zeit werden Zielproduktionsalgorithmen und intelligente Energiemanagementsysteme eine Schlüsselrolle für den effizienten und profitablen Betrieb dieser Systeme spielen.

In diesem dynamischen Umfeld ist es für Sie als PV-Anlagenbetreiber von Vorteil, sich die folgenden drei Fragen zu stellen: 1. Wie können meine bestehenden Netzverträge durch die Integration von Speichern vorteilhafter gestaltet werden? 2. Wie hoch ist das Eigenverbrauchsoptimierungspotenzial meiner Anlage und wie viel kann ich mit einer Batterie einsparen? 3. Welche Softwarelösungen benötige ich, um die Batterielebensdauer langfristig zu optimieren und gleichzeitig den finanziellen Ertrag zu maximieren?

Als N2N werden wir mit unseren Produkten wie Photon, Pulsar und Quasar weiterhin allen Akteuren des Energiesektors effiziente und profitable Energiemanagementlösungen anbieten, die durch intelligente Algorithmen unterstützt werden. Die Energiesysteme der Zukunft werden durch die Kombination von Mathematik und Ingenieurwesen gestaltet.